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Wissen rund um Assistenzhunde

Verständliche Informationen rund um Assistenzhunde, ihre Ausbildung und wichtige gesetzliche Rahmenbedingungen.

Gesundheitsprüfung beim Assistenzhund: Was Du wissen solltest

Autorenbild: Laura Gleichmann
Laura Gleichmann
15. Sept.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Tierärztliche Gesundheitsuntersuchung eines Hundes
KI-generierte Illustration


Wenn ein Hund zum Assistenzhund ausgebildet werden soll, spielt nicht nur sein Verhalten eine wichtige Rolle. Auch gesundheitlich muss er für seine zukünftigen Aufgaben geeignet sein.


Deshalb sieht die Assistenzhundeverordnung (AHundV) eine umfassende tierärztliche Gesundheitsprüfung vor.


Für Dich als assistenznehmende Person ist wichtig zu wissen: Diese Untersuchung kann erst durchgeführt werden, wenn Dein Hund mindestens 12 Monate alt ist. Außerdem entstehen dafür zusätzliche tierärztliche Kosten, die Du bei der Planung der Assistenzhundeausbildung berücksichtigen solltest.


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Frühestens ab 12 Monaten

    Die Gesundheitsprüfung nach § 5 AHundV kann erst durchgeführt werden, wenn Dein Hund mindestens 12 Monate alt ist.

  • Mehr als ein normaler Gesundheitscheck

    Die Untersuchung ist umfangreich und betrachtet verschiedene Bereiche der körperlichen und gesundheitlichen Eignung.

  • Attest und Befunderhebungsbogen

    Wird die gesundheitliche Eignung festgestellt, erhältst Du die entsprechenden tierärztlichen Unterlagen.

  • Zusätzliche Kosten einplanen

    Für die tierärztliche Gesundheitsprüfung entstehen zusätzliche Kosten, die unabhängig von den Kosten der Assistenzhundeausbildung einzuplanen sind.

  • Das Wohl des Hundes steht im Mittelpunkt

    Die Untersuchung soll sicherstellen, dass Dein Hund seinen zukünftigen Aufgaben gesundheitlich gewachsen ist.

  • Gesundheit bleibt ein Thema

    Auch später ist eine jährliche tierärztliche Untersuchung vorgesehen.



Warum ist die Gesundheitsprüfung so wichtig?

Ein Assistenzhund begleitet seinen Menschen häufig über viele Jahre und übernimmt dabei wichtige Aufgaben im Alltag.

Deshalb soll vor der Ausbildung festgestellt werden, ob der Hund körperlich und psychisch die Voraussetzungen dafür mitbringt und ob gesundheitliche Probleme vorliegen, die einem späteren Einsatz als Assistenzhund entgegenstehen könnten.

Dabei geht es nicht nur darum, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Die Untersuchung dient vor allem auch dem Schutz und Wohlergehen des Hundes.

Ein Hund soll seine Assistenzleistungen langfristig ausführen können, ohne dass ihm dadurch Schmerzen, Leiden oder gesundheitliche Schäden entstehen.


Ab wann kann die Gesundheitsprüfung durchgeführt werden?

Der Hund muss am Tag der tierärztlichen Gesundheitsprüfung mindestens 12 Monate alt sein.

Eine entsprechende Untersuchung vor diesem Zeitpunkt erfüllt die Vorgaben des § 5 AHundV nicht.

Du kannst Dich natürlich bereits vorher um einen geeigneten Tierarzt und einen Termin kümmern.

Tipp für Deine Planung: Warte mit der Terminplanung nicht bis zum zwölften Lebensmonat. Gerade wenn für einzelne Untersuchungen spezialisierte Tierärzte benötigt werden, können Wartezeiten entstehen.


Was wird bei der Gesundheitsprüfung untersucht?

Die Gesundheitsprüfung nach AHundV umfasst verschiedene Bereiche, die für die gesundheitliche Eignung des Hundes relevant sind.

Die AHundV legt in Anlage 1 einen umfangreichen Befunderhebungsbogen für die gesundheitliche Eignung fest. Berücksichtigt werden unter anderem die Vorgeschichte des Hundes, sein allgemeiner Gesundheitszustand sowie verschiedene körperliche und verhaltensbezogene Aspekte.


Untersucht bzw. berücksichtigt werden beispielsweise:


  • bisherige Erkrankungen, Operationen, Medikamente und Therapien

  • allgemeiner Gesundheits- und Ernährungszustand

  • Haut, Fell und Krallen

  • Augen und Ohren

  • Herz-Kreislauf-System und Atmung

  • Bewegungsapparat und orthopädische Gesundheit

  • neurologische Auffälligkeiten

  • Sinneswahrnehmungen

  • Verhalten während der Untersuchung

  • mögliche rassebedingte gesundheitliche Risiken

  • mögliche Qualzuchtmerkmale


Je nach Hund und Befund können weitere Untersuchungen erforderlich sein.


Die AHundV lässt hierbei ausdrücklich Raum für die tierärztliche Beurteilung.


Gehören auch Röntgenaufnahmen dazu?

Ja. Die AHundV sieht im Rahmen der gesundheitlichen Eignungsprüfung auch eine Röntgendiagnostik vor. In Anlage 1 werden Aufnahmen der Hüfte, der Lendenwirbelsäule sowie beider Ellenbogen aufgeführt. Für Untersuchungen, bei denen die untersuchende Tierärztin oder der untersuchende Tierarzt den erforderlichen fachtierärztlichen Standard nicht selbst erfüllt, muss eine entsprechend qualifizierte tierärztliche Person hinzugezogen werden. Deshalb solltest Du Dich frühzeitig informieren, welche Tierarztpraxis die Gesundheitsprüfung nach AHundV vollständig durchführen oder entsprechend koordinieren kann.


Was passiert, wenn etwas festgestellt wird?

Eine Auffälligkeit bedeutet nicht automatisch, dass Dein Hund gesundheitlich nicht für die Ausbildung zum Assistenzhund geeignet ist.

Die AHundV nennt in Anlage 2 jedoch Ausschlussdiagnosen, bei denen die gesundheitliche Eignung nicht gegeben ist. Dazu zählen beispielsweise nicht ausreichend behandelbare oder kontrollierbare chronische Erkrankungen, schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparates, anhaltende Verhaltensstörungen sowie bestimmte Einschränkungen der Sinneswahrnehmung.

Entscheidend ist deshalb immer die konkrete tierärztliche Beurteilung. In bestimmten Fällen kann die gesundheitliche Eignung außerdem auf eine bestimmte Assistenzhundeart beschränkt werden.


Was bekommst Du nach der Untersuchung?

Wird die gesundheitliche Eignung festgestellt, erhältst Du ein entsprechendes tierärztliches Attest nach Anlage 3 AHundV.

Darin wird unter anderem bestätigt, dass der Hund am Tag der Untersuchung die erforderliche gesundheitliche Eignung zur Ausbildung und zum Einsatz als Assistenzhund besitzt.

Zum Attest gehören außerdem der Befunderhebungsbogen und gegebenenfalls die Ergebnisse weiterführender Untersuchungen.

Bewahre diese Unterlagen gut auf. Sie gehören zu den wichtigen Dokumenten auf dem Weg zum Assistenzhund.


Was kostet die Gesundheitsprüfung für einen angehenden Assistenzhund?

Die Gesundheitsprüfung verursacht zusätzliche tierärztliche Kosten.

Wie hoch diese genau ausfallen, lässt sich nicht pauschal sagen. Sie hängen unter anderem davon ab, welche Untersuchungen erforderlich sind und ob weiterführende oder spezialisierte Untersuchungen durchgeführt werden müssen.

Die Kosten für die Gesundheitsprüfung werden direkt durch die jeweilige Tierarztpraxis abgerechnet und sollten zusätzlich zu den Kosten der Assistenzhundeausbildung eingeplant werden.

Ich empfehle deshalb, vorab bei der Tierarztpraxis nachzufragen, welche Untersuchungen durchgeführt werden und mit welchen Kosten voraussichtlich zu rechnen ist.


Muss mein Assistenzhund später erneut untersucht werden?

Ja. Die gesundheitliche Eignung endet nicht mit der ersten Untersuchung.

Für Assistenzhunde sieht § 25 AHundV eine jährliche tierärztliche Untersuchung vor. Dabei wird überprüft, ob die gesundheitliche Eignung weiterhin besteht.

Art, Inhalt und Umfang dieser jährlichen Untersuchung legt die Tierärztin oder der Tierarzt unter anderem anhand von Alter, Lebensumständen, Assistenzhundeart, Rasseprädispositionen, Geschlecht und möglichen Vorerkrankungen fest.

Das ist sinnvoll, denn auch ein zunächst vollständig gesunder Hund kann im Laufe seines Lebens Erkrankungen oder Beschwerden entwickeln.


Gut vorbereitet auf dem Weg zum Assistenzhund

Die Gesundheitsprüfung ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Assistenzhund.

Bei KahuCanis begleite ich Dich und Deinen Hund durch die verschiedenen Schritte der Assistenzhundeausbildung und weise Dich frühzeitig darauf hin, welche Untersuchungen und Unterlagen im weiteren Verlauf benötigt werden.

So musst Du nicht alle Anforderungen allein im Blick behalten und kannst Dich auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht: Euren gemeinsamen Weg als Mensch-Hund-Team.



 
 
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